Kampf gegen die Sepsis: Mission Patientensicherheit
Shownotes
Eine Sepsis, umgangssprachlich als Blutvergiftung bekannt, ist ein medizinischer Notfall, ähnlich wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Doch oft wird sie zu spät erkannt. In einer Situation, in der jede Minute zählt, entscheiden oft einfaches Wissen und eine schnelle Diagnose über Leben und Tod.
Manon Austenat-Wied spricht im Maschinenraum Gesundheit mit Dr. Matthias Gründling von der Universitätsmedizin Greifswald über sein Engagement, die Sterblichkeit bei Sepsis-Patienten zu senken, und die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Pflege, Medizin und Wissenschaft. Wie hilft ein digitales Frühwarnsystem dabei, kritische Warnsignale nachts auf der Intensivstation rechtzeitig zu erkennen? Warum ist eine konsequente Sensibilisierung des Personals der wichtigste Hebel für die Patientensicherheit? Und warum ist es so wichtig, dass der Verdacht bereits in der Hausarztpraxis erkannt wird und die Patienten auch nach dem Klinikaufenthalt nicht allein gelassen werden?
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00:00:03: Willkommen im Maschinenraum Gesundheit, dem Podcast der TK Landesvertretungen.
00:00:09: Hier treffen wir Antreiberinnen und Pioniere die sich für eine bessere Versorgung stark machen, die Grenzen verschieben und Fortschritt vorantreiben.
00:00:23: Herzlich willkommen im Maschinenaum Gesundheit!
00:00:26: Mein Name ist Manon Austenhard Wiedt.
00:00:28: Ich bin die Leiterin der Tk Landes Vertretung in Mecklenburg-Vorpommern.
00:00:32: Heute begrüße ich in unserem Podcast Herrn Dr.
00:00:34: Matthias Grundling.
00:00:35: Er ist Oberarzt in der Klinik für Anästhesie, Intensiv,
00:00:38: Notfall und Schmerzmedizin
00:00:40: der Universitätsmedizin
00:00:41: Greifswald.
00:00:42: Mit ihm spreche ich heute darüber wie er sich als Leiter des Projektes Selbstes
00:00:46: Dialog
00:00:48: zusammen mit einem Team aus Pflegekräften, Jetzten, Wissenschaftlerinnen Studierenden dafür einsetzt das klinische Prozesse optimiert und ein hoher Ausbildungsstand bei medizinischen Personal sichergestellt wird.
00:01:02: Herzlich willkommen hat Dr.
00:01:03: Grundlenken!
00:01:03: Ja hallo Herr Dr.
00:01:05: Gründlich, was begeistert Sie an dem Thema Sepsis?
00:01:09: Für das sie sich seit mehr als zwanzig Jahren engagieren?
00:01:12: Tja es hat eigentlich in den ersten Tagen Intensivmedizin angefangen wo ich als junger Arzt auf die Intensifstation kam und eine Stunde vor der Arbeit immer schon die Visite mit mir angehört habe von meinem Oberarzt weil ich danach in OP musste.
00:01:25: Und da hab' ich gesehen!
00:01:27: Die meisten die da liegen und die dann sterben sind Sepsispatienten Und die häufigste Ursache ist die Lungenentzündung.
00:01:33: Darüber hab ich dann auch eine Promotion geschrieben und so wurde das Thema eben, hat mich nie wieder losgelassen.
00:01:40: Dann haben wir irgendwann erfahren, dass man wirklich durch kleine Maßnahmen Großes erreichen kann.
00:01:46: Also es ist was, wo ich mich sowieso begeistert mit wenig Aufwand hinreichend.
00:01:50: Das finde ich toll!
00:01:52: Was?
00:01:52: Was is der selbstes Dialog genau?
00:01:55: Das ist sowas.
00:01:56: Ich sag mal ... Man braucht ein paar Verrückte und bisschen Geld.
00:02:01: Und das Geld für Qualitätsmanagement bei Sepsis, also Verbesserung der Qualität kam vom Klinikum und die verrückten.
00:02:09: Das ist mein super tolles Team, die alle Bock haben bei Sapsis was zu verbessern.
00:02:15: Wie groß ist ihr Team?
00:02:17: Oder schwankt?
00:02:17: es sind so zwischen sechs, sieben oder auch mal fünfzehn Leute je
00:02:22: nachdem nicht so viel eine
00:02:24: Handvoll genau.
00:02:25: und die bewegt das alles.
00:02:27: Ja absolut, die wollen da forschen auf dem Gebiet natürlich auch.
00:02:30: Wir sind eine Universität und sie wollen sich aber auch nicht zu schade ich sage es mal ein bisschen komisch die Drecksarbeit zu machen also auf jede Station zu gehen und dort eine Schulung zu machen und wiederzumachen und nochmal zu erzählen was ich vor drei Wochen schon erzählt habe und noch einmal zu wiederholen oder in die Pflegeschule zu gehen oder überall hinzugehen.
00:02:50: Also diese Begeisterung hat so ein bisschen glaube ich angesteckt und das ist
00:02:54: gut Wenn Sie selbst das Dialog erklären müssten, jemandem der zehn Jahre alt ist oder jemandem, der noch nie was davon gehört hat.
00:03:03: Wie würden sie das kurz und knackig umschreiben?
00:03:06: Tja... Das ist ein Projekt hier in der Universitätsmedizin in Kreisfalte wo wir uns darum kümmern dass die Qualität im Erkennen der Diagnostik, der Behandlung und der Nachsorge des Selbstes besser wird.
00:03:22: Das machen wir durch Dialog, indem wir sprechen über das Thema Sepsis.
00:03:26: Also früher hat man es
00:03:28: Blutverkifftun
00:03:28: genannt.".
00:03:51: Würden Sie das heute immer noch so sehen?
00:03:53: und warum hat diese Erkrankung?
00:03:56: Trotz jährlich, in Deutschland noch immer so wenig öffentliche Aufmerksamkeit.
00:04:04: Ja es ist tatsächlich so dass da noch viel Nachholbedarf besteht aber wir haben uns auch schon verbessert.
00:04:11: Ich habe gerade mit den Kollegen darüber gesprochen vorhin und wir haben eine Webabfrage gemacht Ob es was gebracht hat, dass zum Beispiel die Kampagne Deutschland der Kenzepsis vom BMG gibt.
00:04:23: Und das ist tatsächlich so, dass der Begriff Blutvergiftung fast verschwunden ist aus dem Sprachschatz und tatsächlich das Wort Sepsis.
00:04:32: Das ist natürlich etwas ziemlich Äußeres und nicht so zentral vom Inhalt aber es ist schon auch zu merken, dass das
00:04:39: besser
00:04:39: wird.".
00:04:40: Welche zentralen oder strukturellen Herausforderungen sehen Sie aktuell in der Diagnostik und auch in der frühen Erkennung von Sepsis?
00:04:49: Und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten und ziechsten Verbesserungsmöglichkeiten im Versorgungsalltag.
00:04:56: Also das ist ja ... Die Sepsisen sind eine Erkrankung, die es in allen Bereichen der Medizin gibt.
00:05:02: Es betrifft den ambulanten Bereich, den Rettungsdienst kommt es erst mal darauf an, die Krankheit zu erkennen.
00:05:12: Also wirklich sie auf dem Zettel zu haben und das ist voraus dass man darüber spricht Und wie man das systematisch macht.
00:05:20: da ist das Schlagwort Screening also man muss gezielt nach der kranke suchen Das ist das allerwichtigste und dann kommen so den nächsten schritte.
00:05:29: und da ist dann wieder die diagnostik ziemlich wichtig ganz zentral Die blutkulturdiagnostik also dass man den keim findet und welches antibiotikum wirksam ist.
00:05:38: Und dann kommt, ich sage immer, das bisschen Intensivmedizin.
00:05:43: Das ist also was relativ gut standardisiert ist und da haben wir auch gar nicht viele Neuigkeiten in den letzten zwanzig Jahren.
00:05:49: Also das kriegt man schon irgendwie hin?
00:05:51: Dann gibt es noch mal ein Problem ganz am Ende – und das ist die Nachsorge der Patientinnen und Patienten, die das Krankheitsbild überlebt haben.
00:06:00: Die können nämlich auch zu seventy-fünf Prozent im Nachhinein noch Probleme haben, um die wir uns einfach kümmern müssen!
00:06:07: Weil der Keim bleibt?
00:06:09: Gar nicht so sehr, weil er keinem bleibt.
00:06:10: Sondern weil es sowas ähnliches wie Post-Covid gibt für die Sepsis schon immer mit posttraumatischen Belastungsstörungen.
00:06:20: Viele haben einen neuen Pflegegrad, sind ja hauptsächlich ältere Patienten, die das auch ertrifft Schmerzen, Schlafstörungen.
00:06:29: Das muss man natürlich ... Da werden die Patienten oft von einem zum anderen geschickt.
00:06:33: Der Hausarzt hat es nicht auf dem Zettel.
00:06:34: Oft steht's gar nicht im Brief, dass man ne Selbstsitz hatte, der Patient weiß das auch nicht.
00:06:38: Also kommt ganz viel zusammen, wo man was verbessern
00:06:42: kann.
00:06:43: Tatsächlich im Lassbrief steht es mitunter nicht drin?
00:06:46: Aus welchen Gründen auch immer.
00:06:50: Ja.
00:06:51: Welche konkreten Veränderung im klinischen Alltag etwa in Schulungen Abläufen, interdisziplinärer Zusammenarbeit konnte durch den Selbstdialog erreicht werden.
00:07:01: Also wir haben uns schon seit zwanzig Jahren um Schulung des Personals gekümmert und da sind wir noch mal dabei.
00:07:08: Jede Schwester hat bei uns praktisch das Krankheitsbild Selbstes auf dem Zettel und jeder Pflegende.
00:07:13: Und das ist bei uns relativ einfach weil das Klinikum sich vor vielen Jahren entschieden hat Geld zu investieren, nämlich eine Sepsischwester einzustellen.
00:07:23: Das ist die erste Deutschlands damals gewesen und sie macht nichts anderes als Schulungen organisieren.
00:07:31: Die muss sehr kontaktfreulich sein immer wieder mit den Leuten sprechen Qualitätsparameter zu erfassen.
00:07:36: mittlerweile ist das ja gesetzlich gefordert aber das war damals alles noch nicht so.
00:07:40: und dann koppelt sie rück und sagt ihr habt wieder nur ein paar Blutkulturen abgenommen woran nichts.
00:07:45: was können wir machen?
00:07:47: Und so wird da eben hier am Plinikum viel dafür getan.
00:07:53: Ist das, wenn Sie in die Fläche schauen bei uns im Bundesland?
00:07:59: Welchen Optimierungsbedarf gibt es da?
00:08:01: Wir reden ja ganz viel von Telemedizin und Schulungen.
00:08:04: Wenn Sie jetzt in der Landarztpraxis XY nach dem Baden eine rote Stelle beim Kind sehen ... Am nächsten Tag sieht sie schon anders aus, wenn's bis dahin überhaupt geht.
00:08:15: Was ist da an Schulungsbedarf oder an Potenzial aus Ihrer Sicht noch machbar?
00:08:19: Ja, also dieser Schulungs- bedarf betrifft tatsächlich alle Bereiche.
00:08:24: Wir haben einen sehr guten Kontakt hier mit der KV und da halten wir eben auch Vorträge.
00:08:30: die sind von den Hausärztinnen und Hausärzten sehr gut angenommen.
00:08:34: das ganze planen wir jetzt für den Rettungsdienst und für die Krankenhäuser Ja, jetzt gesetzlich gefordert.
00:08:40: Da ist es glaube ich auf einem guten Weg.
00:08:42: Im Übrigen war das in MV schon immer der Fall.
00:08:46: also es gibt Karten die ich immer zeige da sind fast alle Krankenhäuser die sich eben um Schulungen kümmert.
00:08:52: was in anderen Bundesländern nicht so ein Fall war hat auch damit zu tun.
00:08:56: oder glaube ich auch gibt's dann Zusammenhang wir haben eine der höchsten Fallraten für Selbstes im MV.
00:09:04: Da denken wir ja immer Ups!
00:09:06: Was ist denn da los?
00:09:08: Und ich glaube, das ein Punkt ist, dass hier einfach die Sepsis besser kodiert wird.
00:09:12: Weil alle daran denken.
00:09:13: Denn so darüber werden die Fallraten generiert.
00:09:16: In zweiter Punkt ist sicherlich, dass wir besonders viele alte Menschen im Bundesland haben und dadurch auch die Gefahr besteht es eben in den Sepsisen öfter aber ... Das kann auch so nebeninfekt sein und dann wird's oft falsch interpretiert.
00:09:29: Aber die Erwähnung ist da
00:09:30: noch?
00:09:30: Die ist also
00:09:31: definitiv da.
00:09:33: Wie schätzen Sie grundsätzlich das Potenzial ein, digitale Tools einzusetzen?
00:09:37: Künstliche Intelligenz einzusetzten.
00:09:40: Auch für Prävention also auch beim Patienten Früherkennung zu unterstützen und damit auch den Patienten zu sterben in irgendeiner Form.
00:09:49: Das ist natürlich jetzt ein sehr erweites Feld.
00:09:51: ich will mal bei der Prävenzion anfangen mit der wir als intensiv Mediziner eigentlich nicht so sehr viel zu tun haben außer dass wir vielleicht unseres blinaktumierten Patienten impfen Und das ist auch so.
00:10:01: ein Ausweis kriegen, dass der Hausarzt dran denkt.
00:10:04: Aber Präventionen glaube ich, wenn man es größer denkt, ist natürlich der beste Schlüssel für Sepsis.
00:10:09: und das ist nicht nur Impfen denn wir können eigentlich Risikofaktoren für eine Sepsis die da sind zum Beispiel der Typ II Diabetes oder Karsinomenerkrankungen, die können wir vorbeugen indem wir z.B.
00:10:22: durch gesunde Ernährung viel Bewegung den Typ II-Diabetes überhaupt verhindern spielt dann auch wieder meiner Meinung nach, haben die Krankenkassen eine große Rolle.
00:10:33: Und natürlich ist das auch ein Teil künstlicher Intelligenz und es gibt heutzutage diese Tracker, die einen eben darauf aufmerksam macht, dass man noch nicht seine Achttausend Schritte am Tag absolviert hat und dass dieses oder jenes noch zu tun ist.
00:10:50: Das macht den einen oder anderen Nerven aber das sind bekannte Tools, die wirklich diesen Risikofaktoren minimieren.
00:10:58: Wenn man sich KI und IT im klinischen Setting anschaut, dann ist es natürlich besonders intensiv medizin unbedingt notwendig.
00:11:06: Weil da haben wir so viele Daten und die blickt man nicht als Arzt schon gar nicht wenn man nachts zwölf Patientinnen und Patienten zu beobachten hat.
00:11:15: Da geht vieles unter und das kriegt man eben zwei drei Stunden später erst mit dass jetzt eine Kombination für einen Parameter erfüllt ist.
00:11:24: Ich will mal gar nicht sagen KI, da ist einfach digital das Erfassen.
00:11:29: Das ist ja auch noch nicht immer der Fall und dann eben Alarme herausgeben ganz wichtig.
00:11:34: Da haben wir zum Beispiel in unseren digitalen Akte aktuell total gute Ansätze die das
00:11:39: verbessern könnten zukünftig.
00:11:41: Mustererkennung?
00:11:42: Ja, Mustererkennung.
00:11:43: also es gibt einen Score Für selbst wird er verlangt, sonst habe ich die Diagnose gar nicht stellen.
00:11:51: Das ist der Sofa-Score – das sind einzelne Organversagen und all die Messwerte haben wir aber die führen wir nicht zusammen.
00:11:58: Was haben wir gemacht?
00:11:59: Wir haben die Firma, die unsere digitale Akte produziert höflich gebeten um nicht zu sagen gedrängt daraus was zu machen.
00:12:09: Und jetzt haben wir einen Bildschirm.
00:12:10: da ist stündlich Der Sofa Score wird automatisch ausgerechnet und wenn der über zwei ist gibt es einen Alarm.
00:12:17: Und dann gehe ich hin und gucke mir an, was ist die Ursache für diesen Alarm?
00:12:22: Wenn ich sehe ... Ah ja.
00:12:23: Die Leberwerte sind schlechter.
00:12:24: Der Kreislauf ist schlecht.
00:12:25: Dann muss ich mich überlegen, was es ist eine mögliche Ursache.
00:12:28: Sehr oft ist eben die Sepsis.
00:12:30: Ich muss mit dem Patient noch mal angucken, wo könnte der eine Infektion haben?
00:12:34: Wenn er den Infektionsverdacht äußere, dann ist das laut Definition eine Sepsise.
00:12:39: Da muss ich kümmern.
00:12:41: Hat er überhaupt schon Blutkulturen?
00:12:43: Braucht er vielleicht andere Laborwerte?
00:12:45: Braucht der eine Antibiotikum, muss ja vielleicht im OP operiert werden um den Herd zu sanieren.
00:12:50: Und das wird getrickert durch so ein digitales Tool und das ist genial!
00:12:54: Und nebenbei erfüllen wir damit auch noch die Qualitätsanforderung des Ecoutics, die wir seit ersten Jahr
00:12:59: nur erfülle müssen.
00:13:01: Ist das flächendeckend so?
00:13:02: Sind Sie da Vorreiter?
00:13:04: Also meines Wissens gibt es aktuell in der Intensive Medizin noch keine Firma, die das anbietet.
00:13:09: Wir haben's jetzt entwickelt mit einer Firma hier aus Norddeutschland zusammen Und das wird jetzt sicherlich dann alle, die dieses System haben da weiter verbreitet werden und dann werden die anderen nachkommen.
00:13:21: Also ansonsten ist das was gesetzlich gefordert ist dass wir unsere Patientenscreenen müssen seit ersten Januar natürlich etwas wo alle Leute sagen ohh was soll ich denn jetzt noch machen?
00:13:32: Jetzt muss ja auch alles screenen!
00:13:34: Und wie ihr sagt ne leute das is euer Job ihr müsst diagnostizieren mit dem Screen habt ihr ein Hilfetool um selbst es besser zu erkennen.
00:13:42: Und wenn man das noch digital macht, dann ist es wirklicher
00:13:44: Nutzen
00:13:45: für die Patientinnen und Patienten.
00:13:46: Das jetzt nochmal schlau gedacht?
00:13:49: Weil es spart ja dann im Endeffekt auch eine Menge Blutabnahmen und vielleicht auch ein paar Blutkulturen, wenn das schon in dem Monitoring stattfindet.
00:13:56: Verstehe ich das richtig?
00:13:58: Na ja, die Blut-Kulturen an sich wird man nicht verhindern können, weil das ist ja erst mal der Tricker.
00:14:04: Hier guckt ihr den nochmal an, nehmt vielleicht mal Blut kulturen ab!
00:14:07: Aber wenn ich auch die Blutkulturen ganz gezielt bei den richtigen Patienten abnehme, dann ist man da eben sehr viel besser.
00:14:15: Und zum Beispiel unsere Notaufnahme – die ist mittlerweile so gut, dass sie aus dem Screening ihre Patienten einen Sepsis verdacht hat und jeder Patient, der reinkommt, gilt solange als potenziell sceptisch bis es gegenteil bewiesen ist?
00:14:30: Viele Schlaganfälle sind eine Sepsiss!
00:14:32: Sind gar keine Schlaranfälle.
00:14:34: Die haben ähnliche Symptome Und dann nehmen die da konsequent Blutkulturen ab.
00:14:38: Und was wir jetzt immer häufiger sehen, ist eben der Nachweis von Bakterien in dem Blut weil es häufiger abgenommen wird in den Notaufnahmen.
00:14:47: und gerade kürzlich hatten wir ein Patient nach vierundzwanzig Stunden habe ich schon das Ergebnis des Resistokramm also welches Antibiotikum wirkt.
00:14:55: und da kann ich nochmal korrigieren meine Therapie Da hätten wir vor zehn Jahren haben wir drei Tage gewartet Also das ist schon... und wir haben kein vierund zwanzig stunden sieben Dienst in der Mikrobiologie.
00:15:07: Durch reine Organisationen und dran
00:15:09: denken kann man schon viel
00:15:10: erreichen.".
00:15:11: Was kann denn so jeder tun für sich, um das Risiko einer Selbst zu minimieren oder zumindest wach zu sein?
00:15:20: Andersrum gefragt wie können Patienten Versicherte gestärkt werden?
00:15:25: was können wir vielleicht auch tun indem wir durch unsere digitalen Tools die sowieso im Angebot sind auch dass ein oder andere noch einen an Hinweisen geben?
00:15:35: Also wichtig wäre schon, dass jeder Mensch, jeder Einwohner eines Bundeslands also jeder eigentlich weiß was ist das überhaupt eine Sepsis.
00:15:46: Und dazu muss man eben die Symptome kennen und diese sind leider sehr unspezifisch.
00:15:52: Zum Beispiel schneller Herzschlag, schneller Atmung.
00:15:54: viele sagen sie fühlen sich so krank wie noch nie zuvor in ihrem Leben.
00:15:58: Manche sagen sie haben Todesangst dann nachlassende Urinausschreitungen Die Haut ist manchmal blass, marmoriert, so fleckig.
00:16:08: Und Verwirrtheit zum Beispiel oder Bewusstsein-Seintrügung ist ein Zeichen eines ersten Organversagens und das muss man eben auch als normaler Bürger auf den Zettel haben.
00:16:18: und dann gilt es Kontakt zu Ärzten aufzunehmen oder zur medizinischen Personal idealerweise zum Rettungsdienst.
00:16:27: also dass ist ein Notfalldieseptis genau wie Herzinfarkt und Schlachenfall.
00:16:31: und dann muss man sagen Habe ich vielleicht ne Sepsis?
00:16:34: Könnte es eine Sepsiss sein, also wir ermuntern die Bevölkerung zu sagen könnte das eine Spsess sein.
00:16:41: Und ja dafür ist eben auch Schulung der Bevölkerung wichtig.
00:16:46: deswegen ist diese Kampagne Deutschland erkennt Sepses eine Aufklärungskampagne der Bevölkerungen und eben extrem relevant.
00:16:56: dann haben wieder einen Punkt dass es erkennen da kann also jeder was dazu beitragen.
00:17:01: und da muss man auch fordern Da kann man nicht akzeptieren, dass der Hausarzt sagt, nehmen Sie meinen Fieber mittel.
00:17:09: Legen Sie sich mal ins Bett?
00:17:10: Nee, da muss man sagen... Ich fühle mich aber so krank!
00:17:13: Das muss was anderes sein!
00:17:16: Also da kann man ruhig ein bisschen Druck aufbauen auch in den Notaufnahmen.
00:17:20: und das andere ist natürlich, was ich vorhin schon gesagt habe, ist die Prävention.
00:17:23: Da kann jeder etwas beitragen, dass man sich impfen lässt als über sechzigjähriger gegen Pneumokokken, aber auch eine Krippeschutzimpfung ist wichtig oder eben die gesunde Lebensweise, die Risikofaktoren
00:17:34: minimieren.
00:17:36: Jetzt haben wir eine demografische Pyramide im umgekehrten Sinne und Sie sagten es eben ein Merkmal der Selbstes ist auch die Bewusstseinstrübung.
00:17:45: also wenn ich schon nicht mehr ganz bei mir bin und ein bisschen älter bin was kann ich Angehörigen pflegenden Angehöhrchen auch mitgeben dass sie das erkennen dass es eben nicht der drohende Herzen feigt ist sondern ein Ereignis ist, was auch mit einer Selbstzutun haben könnte.
00:18:04: Ja also die pflegenden Angehörigen spielen eine ganz große Rolle in diesem Kontext denn keiner kennt seinen zu pflegenen so gut wie diese Angehöringen.
00:18:13: wenn ich da als Notarzt hinkomme dann weiß ich doch nicht wie der vorher drauf war.
00:18:17: das kann nur der erkennen und deswegen haben wir zum Beispiel auch in der Kampagne Deutschland erkennt selbst Videos erstellt für pflegende Angehöhige.
00:18:26: Über diese Videos können sie sich also auch kundig machen.
00:18:29: Zum Beispiel die Pflege von Wunden bei Diabetikern, die haben ja oft so offene Wunden an den Breinen.
00:18:35: was man da hygienisch beachten muss Auch hier das Symptome und das Erkennen Und viele andere Dinge werden da eben besprochen.
00:18:44: Das ist extrem wichtig dass man auch diese Leute ertüchtigt Neben dem pflegen auch das erkennen und das richtige Handeln.
00:18:57: Wenn Sie so auf die nächsten Jahre blicken, welche Entwicklungen in der Selbstprävention und Versorgung wünschen sie sich?
00:19:04: Sowohl auf der Ebene der einzelnen Kliniken aber auch auf höherebene, auf gesundheitspolitischer Ebene in Deutschland?
00:19:12: Und ja mit welcher Botschaft würden Sie das verkoppeln wenn es überhaupt eine Botschaft gibt?
00:19:17: Aber erst mal was ist der Wunsch was wäre primär?
00:19:20: Also erstmal sind wir in Deutschland.
00:19:22: Das wird ja immer ein bisschen klein geredet Teilgutenweg.
00:19:25: Ich glaube, dass kein Land so viel administrativ schon gemacht hat.
00:19:30: für die Sepsis – also hier gibt es ein Gesetz das ist gar nicht so häufig weltweit.
00:19:35: aber wir müssen jetzt mit Leben erfüllen und deswegen ist es wichtig, dass wir aktuell sind die Krankenhäuser gesetzlich verpflichtet, dass über diesen Sektor hin wegdecken, dass mir die Hausärzte einbeziehen Die sehen selbst als Patienten gar nicht so häufig, aber trotzdem müssen sie es auf den Zettel haben.
00:19:50: Der Rettungsziehen spielt eine ganz große Rolle und die Nachsorge, die wir überhaupt nicht haben für dieses Krankheitsbild.
00:19:56: Wir haben uns jetzt um Corona post-covid gekümmert und diese Sprechstunden sind gar nicht mal so gut besucht, sage ich jetzt mal ein bisschen provokativ.
00:20:06: Und warum
00:20:06: nutzt man
00:20:07: die nicht?
00:20:08: Warum investiert nicht die Politik weiterhin diese Strukturen auszubeinen postinfektiöse Zustände generell zu nutzen.
00:20:16: Das wäre ein so Punkt und dann ist dieses größere Denken eben aus meiner Sicht ganz besonders auch weiterhin der Pflicht, die Pflicht zur Weiterbildung zur Schulung.
00:20:27: also das Wort Pflicht ist schon wichtig und die Bevölkerungsaufklärung und da wiederum eine viel stärkere Rolle der Prävention.
00:20:35: wir müssen jeder muss Eigenverantwortung für seine Gesundheit übernehmen.
00:20:41: Es kann doch nicht sein, dass ich sage auch jetzt bin ich krank geworden und das konnte ich irgendwie nicht beeinflussen und die werden ja schon wieder richten.
00:20:48: Na klar konnte ich es vorher beeinflussend indem mich eben meine Lebensweite darauf einstellen muss.
00:20:55: Und diese Verantwortung, also ich hab jetzt keine Idee genau wie das geht.
00:20:58: Aber es gibt irgendwie so was für ein Präventionsgesetz oder so da müsste das mir mit rein.
00:21:03: Das muss man viel stärker und ansprechen als Politiker.
00:21:09: Weil das ein blödes Thema ist und schwierig ist, muss man's trotzdem adressieren.
00:21:16: Vielleicht muss es von den Rahmenbedingungen... einfach nur so gestaltet sein, dass es auch unwirokratischer möglich ist.
00:21:24: Wir haben Präventionsleitfaden, der ist ausformuliert und das ganze Thema Primärprävention, was ja auch ein Stück weit in Arztpraxen stattfindet.
00:21:36: Vielleicht muss es vorgeschaltet sein?
00:21:38: Jetzt haben wir die Möglichkeit, sehr individuell zu beraten durch Apps oder
00:21:42: durch digitale
00:21:42: Zugänge Der Selbstdialog und der Fachleuten, das eine.
00:21:48: Und was halten Sie eigentlich davon, Schulfächer anzureichern?
00:21:55: Wir klagen ja mal ganz doll über Ausfallstunden in der Schule.
00:22:02: Wie wäre es digital vorzuproduzieren um genau für die ausgefallene Biostunde ... das Thema mal zu adressieren.
00:22:08: Ja, absolut!
00:22:10: Also ich glaube in England kriegt man bei der Geburt des Kindes erst einmal schon so ein Heft wo da drin steht auch zum Thema Sepsis und dann wird es eben in der Schule auch mit angesprochen.
00:22:21: also Gesundheitsprävention überhaupt als Thema und da kann natürlich auch Sepsissnachrolle spielen.
00:22:26: Herr Kuhn aus unserer Klinik ist hier zum Beispiel glaube ich an Gymnasium schonmal gewesen und hat darüber gesprochen.
00:22:32: die fand hoch interessiert an den Themen.
00:22:35: Das sind die jungen Leute ja und natürlich müsste man das unbedingt nutzen insgesamt
00:22:41: für die Prävention.
00:22:42: Ja wir haben Zugänge, wir haben verschiedenste digitale Medien, die das ausspielen können und die man dann auf Knopfdruck in der Schule abrufen kann.
00:22:53: Was ist Ihr Wunsch für die nächsten fünf Jahre?
00:22:56: Oder werden Sie anders herumgefragt wenn sie in fünf Jahren zurückblicken was wünschen Sie sich, was Sie bis dahin umgesetzt noch weiter geschafft haben?
00:23:06: Ja, also ich wünsche mir ganz unbedingt dass wir in den Kliniken es schaffen das Screening und schnelle Diagnostik bei Selbstes zur Normalität wird.
00:23:17: Dass wir diesen Notfall genauso einordnen wie Herzinfarkt- und Schlaganfall eben als Notfall und wirklich auch genau das dann gemacht wird nämlich schnell handeln, schnell diagnostizieren.
00:23:31: Und der zweite Wunsch ist, dass wir mit der Prüvention weiterkommen.
00:23:34: Also das zahlt sich für so ... Weil noch mal die Menschen helfen sich selbst und wir haben nicht mehr das Geld so viel zu therapieren wie wir therapieren.
00:23:45: Wir bauen die meisten Hüften ein in der Welt.
00:23:49: Wir haben die meisten Beatmungsstunden genauso viele wie in Amerika aber eine der höchsten Sterblichkeiten von beatmeten Patienten.
00:23:55: Da stimmt doch was nicht!
00:23:58: Das müssen Sie uns angucken,
00:23:59: was da nicht stimmt?
00:24:03: Digitale Tools zur Fortbildung, zur Prävention.
00:24:08: Wissen in die Fläche drin so als... Ja und den selbstes
00:24:12: Dialogsvorsitz.
00:24:14: Ja unbedingt!
00:24:15: Am Deutschende kein Selbstesvorsatz.
00:24:20: Dann mit diesen Wünschen ausgestattet darf ich mich ganz herzlich bedanken für das Gespräch.
00:24:26: Ich hoffe auf weitere Gespräche Und vor allem auch auf interessante neue Ideen und Projekte.
00:24:32: Ja, das ist ja sehr viel Spaß gemacht.
00:24:34: Vielen Dank.
00:24:37: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten
00:24:39: Mal
00:24:40: im Maschinenraum Gesundheit.
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