Die Klimakrise behandeln? Was Arztpraxen, Patientinnen und Patienten tun können
Shownotes
Die Klimakrise ist nicht nur eine Umweltkrise, sondern auch eine wachsende Bedrohung für unsere Gesundheit. Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Belastungen sind nur einige der vielen Auswirkungen, die bereits heute spürbar sind. Dr. Christine Schwill, eine engagierte Ärztin und Klimaschützerin aus Schleswig-Holstein, berichtet in der neuen Folge des „Maschinenraum Gesundheit“, was Arztpraxen aber auch Patientinnen und Patienten selbst tun können, um sich vor dem Klimawandel zu schützen.
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00:00:00: Willkommen im Maschinenraum Gesundheit, dem Podcast der TK Landesvertretungen.
00:00:08: Hier treffen wir Antreiberinnen und Pioniere, die sich für eine bessere Versorgung stark machen,
00:00:14: die Grenzen verschieben und Fortschritt vorantreiben.
00:00:17: Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Podcastfolge aus der TK Landesvertretung in
00:00:27: Schleswig-Holstein.
00:00:28: Stellen Sie sich vor, Sie betreten eine Arztpraxis.
00:00:31: Woran denken Sie?
00:00:33: Vielleicht an weiße Kittel, ans Wartezimmer oder medizinische Geräte.
00:00:37: Aber haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welchen Einfluss diese Praxis auf unser Klima hat?
00:00:42: Oder wie der Klimawandel unsere Gesundheit beeinflusst?
00:00:45: Genau diesen Fragen widmen wir uns heute mit einer außergewöhnlichen Ärztin,
00:00:50: die nicht nur Menschen behandelt, sondern sich auch leidenschaftlich für den Klimaschutz im
00:00:54: Gesundheitswesen einsetzt.
00:00:55: Mein Name ist Natalie Hahn.
00:00:57: Ich bin Pressereferente bei der TK und ich sitze hier mit Dr.
00:01:01: Christine Schwill.
00:01:02: Hallo Frau Schwill.
00:01:04: Hallo Frau Ante.
00:01:06: Sie sind idergelastende hausärztliche Internistin aus Bad Schwarzau, im Vorstand der Ärzte
00:01:11: Kammer Schleswig-Holstein und im Ärzte-Netz Eutin-Malente-EV, so wie Mitglied in der
00:01:17: Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit.
00:01:21: Anders gesagt, Sie sind sehr stark in der Gesundheitsversorgung engagiert.
00:01:25: Dabei liegt Ihnen aber ein Thema besonders am Herzen, nämlich das Thema Klimaschutz
00:01:30: im Gesundheitswesen.
00:01:32: Wie kam es dazu?
00:01:33: Gab es einen Schlüsselmoment?
00:01:35: Ja, vielen Dank, dass ich zunächst erst mal hier sein darf.
00:01:41: Mein Engagement für den Klimaschutz begann, als ich erkannte, wie eng die Gesundheit meiner
00:01:50: Patientin mit der Gesundheit unseres Planeten verbunden ist.
00:01:53: 2021 fand pandemiebedingt der Kongress der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin online statt.
00:02:01: Und die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit hatte mehrere Vorträge auch online angeboten.
00:02:11: Und ich bin in diese Vorträge quasi hineingestolpert und habe in dem Moment Feuer gefangen.
00:02:18: Und die Erkenntnis, dass mir als über 99 Prozent aller wissenschaftlichen Experten
00:02:25: sich einig sind, dass der Klimawandel menschengemacht ist, hat mich einerseits bestürzt, aber eben
00:02:32: auch überzeugt ins Handeln zu kommen.
00:02:34: Das ist einer der Gründe.
00:02:36: Der nächste Grund ist der, dass ich mir natürlich als Ärztin über die gesundheitlichen Folgen
00:02:42: des Klimawandels bewusst sind.
00:02:44: Sprich die Luftverschmutzung, die extremen Wetterereignisse, der Verlust von Biodiversität.
00:02:52: Das kann alles, also das kann alles Auswirkungen auf die Gesundheit meiner Patientinnen haben.
00:02:58: Ich habe mich dann mit Studien beschäftigt und habe eben gesehen, wie groß die Dringlichkeit,
00:03:06: aber auch die Möglichkeiten sind, Klimaschutz zu betreiben.
00:03:10: Genau, und daraus ist meine Motivation entstanden.
00:03:14: Zudem bin ich Mutter von zwei erwachsenen Kindern, die mich wirklich auch in vielen Gesprächen
00:03:20: immer wieder herausgefordert haben, mir den Spiegel vorgehalten haben.
00:03:24: Ich denke, als junge Frau, ich bin einfach viel gereist, hatte auch einen recht hohen
00:03:30: oder habe wahrscheinlich, auch heute nicht nur wahrscheinlich, sondern habe auch jetzt
00:03:33: noch einen recht großen ökologischen Fußabdruck.
00:03:36: Und ich habe mir überlegt, mit meiner Reichweite als Ärztin in einer Praxis, wollte ich gerne
00:03:44: davor zu beitragen, dass wir eben den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen.
00:03:50: Das ist es vielleicht so in Kürze.
00:03:52: In Kürze?
00:03:53: Sehr gut, ja.
00:03:54: Das heißt, man könnte auch sagen, die Klimakrise ist auch eine Gesundheitskrise.
00:04:02: Sie haben ja das gerade schon angerissen, dass sie gesagt haben, das hat auch Auswirkungen
00:04:05: auf ihre Patienten.
00:04:07: Was genau bedeutet, dass die Klimakrise hat Auswirkungen auf Patienten und auch auf
00:04:14: das Gesundheitswesen, können Sie das uns erläutern?
00:04:17: Genau, also ich sage auf jeden Fall, die Klimakrise ist gleichzeitig eine Gesundheitskrise.
00:04:23: Das ist definitiv so.
00:04:24: Und extreme Wetterereignisse, wie zum Beispiel Hitzewellen oder auch die Wachschönungskatastrophe
00:04:30: im Ahrtal, jetzt die Brände in Kalifornien, das führt ja unmittelbar zu Todesfällen,
00:04:40: zu Verletzungen, aber eben auch zu einer psychischen Belastung von Patienten oder von Menschen.
00:04:45: Und das sind jetzt natürlich extreme Ereignisse.
00:04:51: Auf der anderen Seite trägt die Verschlechterung der Luftqualität eben auch dazu bei, dass
00:04:57: Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen sich verschlechtern, was ich eben auch unmittelbar
00:05:02: in meinem Alltag schon bemerke.
00:05:04: Wir wissen, dass durch die Temperaturverschiebung sich auch zum Beispiel andere Insekten oder
00:05:14: Infektionserkrankungen weiter ausbreiten.
00:05:16: Ich denke da einerseits an die Tigermücke oder eben auch an die Zecken, die deutlich
00:05:22: vermehrt auftreten.
00:05:23: Wir haben in der Ostsee das Problem der Vibration, die wenn ein Mensch mit Wunden ins Wasser
00:05:30: geht, eben auch sogar teilweise tödlich enden können, wenn sie sich infizieren.
00:05:34: Malaria bereitet sich Richtung Norden aus.
00:05:37: Auf der anderen Seite haben wir ja auch die Länge der Polenflugzeiten, also das verändert
00:05:43: sich deutlich.
00:05:44: Das Allergiker kennen das, dass sie an vielleicht früher irgendwie März angefangen haben
00:05:48: mit der ersten Bürger.
00:05:49: Jetzt ist es schon teilweise im Januar so, dass sie die ersten Allergiezeichen haben.
00:05:52: Es gibt Pflanzen, die sich verändern, das Beispiel der Ambrosia zu nennen.
00:05:57: Das heißt also, die Zahl der Allergiker wird auch in den nächsten Jahren dramatisch steigen,
00:06:02: was natürlich auch mit einer Lebensqualität ein Her geht.
00:06:06: Was ein großes Thema ist, was mir auch sehr wichtig ist, ist, dass die psychischen Erkrankungen
00:06:11: zunehmen und nicht nur aufgrund der, was ich anfangs gesagt hatte, extremen Wetterereignisse,
00:06:17: sondern eben auch gerade unter jungen Menschen ist es so, dass Depressionen und Ängste auf
00:06:22: Grund der Klimagangszunehmen, also mittelbare und unmittelbare Psychfolgen.
00:06:28: Auf der anderen Seite ist es so, dass wir in Hitzewellen oder Hitzezeiten auch psychisch
00:06:35: weniger belastbar sind.
00:06:37: Das heißt, die Aggressivität steigt, also schon wirklich unmittelbare dramatische Veränderungen.
00:06:43: Und was ich eben finde ist, dass auf diese Klimakrise das Gesundheitssystem vorbereitet
00:06:49: sein muss.
00:06:50: Also, wir müssen einerseits unsere Patientin besser informieren, aber wir müssen eben
00:06:57: auch unsere Mitarbeitenden schützen.
00:07:00: Das heißt, es gibt für Hitzewellen die Möglichkeit, die Mitarbeiter mit so genannten Wästen,
00:07:09: also Feuchtigkeitswesten auszustatten.
00:07:10: Das ist total spannend, die klimatisieren eben in Kühlen runter.
00:07:14: Auf der anderen Seite muss ausreichend Flüssigkeit angeboten werden.
00:07:17: Und man kann auch Praxiszeiten anpassen, die man sagt, in Hitzezeiten fängt man zum
00:07:23: Beispiel früher am Tag an, lässt dann den Mittag aus und bietet wieder Abendsprechstunden
00:07:28: an, damit es einfach nicht in der vollen Hitzezeit ist oder das man eben auch sagt, die besonders
00:07:34: schützenswerten, also vulnerablen Menschen, kommen eben deutlich früher oder deutlich
00:07:40: später.
00:07:41: Also, es gibt viele Möglichkeiten, wie man letzten Endes damit dann auch umgehen kann.
00:07:46: Wenn jetzt eine Arztpraxis sagt, ja, ich möchte etwas tun, was sind da so ihre ersten
00:07:54: Ansätze oder Ideen?
00:07:55: Ja, also ich denke, das sind, also was die Praxen grundsätzlich tun können, da ist ganz
00:08:00: viel möglich.
00:08:01: Es geht ja jetzt, es sind ja zwei Bereiche.
00:08:05: Das eine ist die Möglichkeit zu sagen, was ist unmittelbar, wenn wir Hitze haben.
00:08:09: Da kann ich, hatte ich einmal schon gesagt, da können wir die Praxiszeiten verändern,
00:08:15: da können wir Flüssigkeit anbieten, da können wir auch, wir können unsere Patientinnen markieren
00:08:22: im System, um vielleicht dann auch nachzufragen, wie geht es dir denn im Moment, was ich im
00:08:31: Regelfall tue, ist, dass ich in den Zeiten, wo es noch nicht so heiß ist, mit den Patienten
00:08:35: auch über die Medikamente spreche.
00:08:39: Also, wenn dann eine Hitzewelle kommt, dass sie wissen, dass sie zum Beispiel ihre Wassertabletten
00:08:44: weglassen können.
00:08:45: Oder wenn sie Pflaster nutzen, dass sie wissen, dass die Wirksamkeit der Pflaster teilweise
00:08:49: hochgeht, dass sie das dann möglicherweise halbieren, die Dosierung.
00:08:54: Ja, da gibt es viele, viele Möglichkeiten.
00:08:57: Wenn wir den anderen Bereich sehen, dass wir gucken, wie können denn Praxen sich grundsätzlich
00:09:04: aufstellen, um ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.
00:09:10: Da gibt es wirklich ganz viele Ideen schon.
00:09:13: Man kann bei der Mobilität anfangen, das heißt, alleine vorne vor die Tür die Möglichkeit
00:09:19: von Fahrradstellplätzen zu etablieren.
00:09:23: Das hilft schon eine Menge, den Mitarbeitenden vielleicht Jobbikes anzubieten.
00:09:28: Man kann energieeffizienter lüften und kann natürlich auch daran denken, dass zum Beispiel
00:09:35: am Wochenende die Heizung runtergefahren wird.
00:09:37: Also, dass wir einfach Energieressourcen sparen und eben einfach wirksam oder eben
00:09:46: halt offen damit umgehen.
00:09:47: Möglicherweise Umstellung auf grünen Strom.
00:09:52: Was gibt in der Medikamentenverordnung Möglichkeiten, den Fußabdruck zu reduzieren?
00:10:00: Das ist zum Beispiel einerseits, dass man versucht, in der Asmal- und der COPD-Therapie
00:10:05: die Dosierörosole zu reduzieren und auf andere inhalativer umzusteigen.
00:10:11: Es gibt lange Listen von Medikamenten, die etwas besser für die Umwelt sind als andere.
00:10:17: Als Beispiel hätte ich da zum Beispiel das Ibuprofen und das Di-Glyphenac.
00:10:21: Das Di-Glyphenac hat einen deutlich schlechteren Abbau wie ich.
00:10:24: Genau, und so kann man natürlich auch jedes Mal, wenn man im Kontakt mit den Patienten
00:10:29: steht, auch die Medikamenten Pläne überdenken, überarbeiten, überlegen, ob man vielleicht
00:10:36: etwas reduzieren kann, was eben medizinisch begründbar ist.
00:10:40: Das heißt, in den Praxen selbst kann man eigentlich total viel machen, aber es ist
00:10:45: ja vielleicht auch vielen gar nicht bewusst, was man alles machen kann.
00:10:49: Nun sind Sie ja im Ärztinetz Atin Marlente im Vorstand und Sie sind auch bei Klug engagiert,
00:10:57: der Klimaallianz für Gesundheitsschutz.
00:11:01: Welche Projekte gibt es dort aktuell?
00:11:03: Gibt es etwas, was Sie uns berichten können?
00:11:05: Was tun Sie?
00:11:06: Also, um das erste Thema aufzunehmen, ich glaube, es ist ganz wichtig, in den Praxen aufzuklären,
00:11:16: das Personal, also die Mitarbeitenden mitzunehmen, und das kann man eben durch Fortbildungen
00:11:21: und durch Qualitätszirkel usw. erreichen.
00:11:24: Und zur Überleitung zu der zweiten Frage ist es so, dass ich auf der einen Seite einen
00:11:32: Qualitätszirkeleite, und zwar den Qualitätszirkel Klimawandel und Gesundheit, und der findet
00:11:37: zu 50 Prozent auch online statt, sodass wir eine Reichweite in ganz Schleswig-Holstein
00:11:42: haben, was ich sehr schön finde, je nach Thema.
00:11:43: Und das zweite ist, dass wir in der Ärztekammer Schleswig-Holstein vor zwei Jahren ein sogenanntes
00:11:53: Kulima-Projekt initiiert haben oder begleitet haben.
00:11:58: Und jetzt im Juni findet eine Fortbildung statt, wo sich Praxen, Praxisinhaberinnen mit ihrem
00:12:07: Team melden können und all das quasi lernen oder sich austauschen können, was dazu führt,
00:12:15: dass man Praxen ökologisch sinnvoll aufstellt, so kann man das vielleicht sagen.
00:12:20: Das ist ja ein total spannendes Projekt.
00:12:23: Arbeiten Sie auch bundesweit übergreifend mit anderen Ärztekammern beispielsweise zusammen
00:12:29: oder bezieht sich das jetzt konkret auf Ärzte in Schleswig-Holstein?
00:12:33: Die Möglichkeit online besteht natürlich dann auch für alle Ärztinnen und Ärzte teilzunehmen
00:12:39: bundesweit.
00:12:40: Die Ärztekammer hat jetzt die Möglichkeit geschaffen, dass Fortbildungen, die klimaneutral
00:12:48: zu gestalten oder gestaltet werden, eben auch besonders hervorgehoben werden.
00:12:52: Das ist jetzt erstmal ein Projekt in Schleswig-Holstein, was wir aber gerne dann eben bundesweit
00:13:00: vorstellen würden, wenn es hier etabliert ist.
00:13:03: Gearbeiten wir dann auch mit der Ärztekammer in Bayern zum Beispiel zusammen.
00:13:07: Es ist schon so, dass an deutschen Ärzte-Tag dieses Thema immer wieder von uns auf die
00:13:13: Agenda gesetzt wird.
00:13:14: Und das macht auch sehr viel Spaß.
00:13:16: Das Zweite ist, ich bin ja Hausärztliche Internistin und die Deutsche Allianz für
00:13:21: Klimawandel und Gesundheit, also CLUG, ist auch dieses Jahr wieder Gastgesellschaft auf
00:13:26: dem großen Internistenkongress.
00:13:28: Und da passiert eben einfach auch sehr viel Vernetzung, also da viel Austausch, viel
00:13:34: Vernetzung.
00:13:35: Und es gibt im Rahmen der deutschen Gesellschaft für innere Medizin jetzt auch eine AG Klima
00:13:42: und Gesundheit, bei der ich mich eben auch mitbereitert habe, mitzuarbeiten.
00:13:47: Das heißt, im Kleinen in der Praxis kann ich schon was bewirken, weil ich mit den Patienten
00:13:53: unmittelbar spreche.
00:13:54: Aber es geht eben auch wie so ein kleiner, ich sag mal, wenn man einen Stein ins Wasser
00:14:01: wirft, dann entstehen ja diese schönen Wellen.
00:14:04: Das heißt, es wird dann auch entsprechend größer und das eben auch wirklich bundesweit.
00:14:07: Das klingt gut, brauchen wir ja auch, dass viel passiert.
00:14:10: Frau Schwill, nun kommen wir zum Abschluss.
00:14:13: Da würde ich ganz gerne mit Ihnen nochmal einen ganz praktischen Blick auf die Gegenwart
00:14:17: richten.
00:14:18: Hitzewellen werden ja immer häufiger und immer intensiver.
00:14:21: Was sind Ihre drei wichtigsten Tipps für unsere Zuhörer, was sie sofort umsetzen können
00:14:26: bei extremer Hitze?
00:14:28: Ganz wichtigen Frage, weil Hitzewellen eben auf uns zukommen und auch uns hier im Norden
00:14:34: betreffen können.
00:14:35: Es ist ja immer dieses Argument, so nach dem Motto, wir wohnen an der Ostsee, wir wohnen
00:14:37: an der Nordsee, hier ist es ja alles gar nicht so schlimm.
00:14:40: Stimmt nicht.
00:14:41: Hitze kommt unvermittelt und Hitze kommt auch ungeplant.
00:14:45: Also das erste, was ich empfehlen würde, ist zunächst die Hitze zu meiden und die Hitze
00:14:50: auch auszusperren.
00:14:52: Das heißt, nur morgens und abends lüften, dann die Fensterläden schließen vorhin dazu
00:14:59: und wie im Süden, wenn Sie im Süden fahren, dann weiß man genau, wer Tourist ist und
00:15:02: wer nicht, weil die Südländer, die haben ihre Fenster zu, ihre Schotten dicht und die
00:15:08: Touristen freuen sich natürlich über die Sonne und haben alles offen und damit heizt
00:15:12: natürlich das Haus auf, also Hitze aussperren.
00:15:14: Das zweite, was mir ein ganz großes Anliegen ist, eine Bewusstsein zu schaffen für unsere
00:15:21: vulnerablen, sprich unsere besonders gefährdeten Mitmenschen.
00:15:26: Das heißt, es sind einerseits schwanger und Kinder, pflegebedürftige und chronische
00:15:32: Kranke, Patienten oder Menschen, die im freien arbeiten, ältere Menschen und Menschen, die
00:15:38: alleine leben oder eben ohne Hilfe sind.
00:15:41: Was ich da als Idee hätte, wäre, dass man Hitzepartenschaften erstellt.
00:15:47: Das heißt, mit anderen Worten, jeder Mensch sucht sich jemanden, der auf einen aufpasst
00:15:52: oder umgekehrt.
00:15:53: Das heißt, es ist das Enkelkind vielleicht überlegt, Romi ist da alleine.
00:15:56: Ich frage mal nach, ob ich ihr was zum Trinken bringen kann oder sowas in der Richtung,
00:16:02: so ein bisschen das Aufeinander aufpassen oder eben auch zu sagen, ich sehe eine Schwangere
00:16:08: und sage, bitte, nehmt du doch diesen Platz hier im Bus ein, nicht nur, weil es eben damit
00:16:14: sie sitzen kann, sondern eben auch, weil es vielleicht da in dem Moment ein bisschen
00:16:18: kühler ist und sie, ja, mehr aware, mehr aware, ja, einfach untereinander, dass wir miteinander
00:16:24: aufeinander aufpassen, dass wir mir ein ganz großes Anliegen.
00:16:27: Genau, und dann ist ja letztendlich das so wirklich das ausreichende Trinken, wie Flüssigkeitsaufnahme
00:16:33: ganz wichtig ist, frisches wasserhaltiges Obstessen und es gibt die Möglichkeit, indem
00:16:39: man den Urin kontrolliert und unmittelbar schaut, wie ist denn die Farbe, muss ich jetzt reagieren
00:16:45: oder nicht?
00:16:46: Dazu hat Frau Schluck ein sogenanntes Urinplakat erstellt und dann können sie genau sehen,
00:16:52: je nachdem wie dunkler Urin ist, ob sie jetzt vielleicht zwei Gläser trinken müssen oder
00:16:56: nur ein Glas oder ob sie gut ausgeglichen sind vom Flüssigkeitshaushalt.
00:16:59: Und diese Urinplakate kann man sowohl in den Praxen als auch in öffentlichen Toiletten
00:17:04: wie auch immer aufhängen und hilft dann in dem Umkehrschloss eben ausreichend Aufflüssigkeit
00:17:10: zu achten.
00:17:11: Liebe Frau Schwild, ganz, ganz vielen Dank, dass Sie heute da waren und Ihre Expertise
00:17:15: mit uns geteilt haben und vor allem ganz vielen Dank für Ihr überdurchschnittliches
00:17:20: Engagement gegen den Klimawandel und ja, allgemein im Gesundheitswesen.
00:17:26: Frau Hahn, vielen Dank, es war mir eine Freude und ich hoffe sehr, dass wir vielleicht in
00:17:32: Zukunft das Bewusstsein schaffen, dass gesunde Menschen nur auf einem gesunden Planeten
00:17:37: leben könnten.
00:17:38: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal im Maschinenraum Gesundheit.
00:17:46: [Musik]
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